Flugangst

Death Valley

„Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern die Erkenntniss, dass es etwas gibt, was wichtiger ist als Angst“ (Ambrose Redmoon)

Hier findest du Nina’s persönliche Erfahrungen, sowie ausführliche Tipps und Tricks, wie du mit Flugangst umgehen kannst 🙂

Ich hatte solange Flugangst, bis ich das erste mal geflogen bin….

Bevor ich das erste Mal geflogen bin hatte ich wahnsinnige Angst vorm Fliegen. Der Gedanke, dass ich stundenlang im Flugzeug sitzen muss und nicht weg kann, hat mir Bauchschmerzen und ein beklemmendes Gefühl in der Brust bereitet. Was, wenn ich Panik bekomme und weg will? Ich wusste, dass ich dann nicht mehr rauskomme. Schließlich wird das Flugzeug wegen mir keine Notlandung starten, nur weil ich Angst habe. Aber natürlich wollte ich irgendwie trotzdem fliegen!

Kennt ihr den Spruch:

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ (Antoine de Saint-Exupery)

Und auch diese Sehnsucht hat mich irgendwann dazu bewegt das erste Mal zu fliegen! Und zwar alleine, 12 Stunden nach Kanada! Okay, da hat die Liebe eine große Rolle gespielt, denn Felix war für ein Auslandssemester in Kanada und ich wollte ihn unbedingt besuchen.

Nachdem ich den Flug gebucht hatte, habe ich mir einen Termin beim Arzt geben lassen und mir vorsichtshalber eine Beruhigungstablette verschreiben lassen. Mit der Beruhigungstablette im Handgepäck und Entspannungsmusik auf dem MP3-Player bin ich dann schließlich in das Flugzeug eingestiegen. Alleine, 12 Stunden! Und kaum waren wir über den Wolken fiel plötzlich alle Anspannung von mir ab, einfach so! Ich hatte überhaupt keine Angst mehr und habe mich nur noch auf ein Wiedersehen mit Felix und auf Kanada gefreut. Die Tabletten sind im Müll gelandet 🙂 

Wer dennoch im Flugzeug Angst bekommt, für den habe ich hier ein paar ausführliche Tipps:

1. Entspannungsübungen

Sich zu entspannen bedeutet in erster Linie, dem Körper das Gefühl zu geben, dass alles in Ordnung ist. Wer Angst hat, hat oft einen erhöhten Puls, die Atmung wird schneller, die Hände feucht, der Bauch krampft sich zusammen, die Nackenmuskulatur und Schultern werden stark angespannt… – der Körper ist in Alarmbereitschaft. Bereit zum Flüchten oder Kämpfen. Nun ist es wichtig dem Körper durch gezielte Übungen wieder zu signalisieren, dass er jetzt nicht kämpfen, flüchten oder in Bereitschaft stehen muss.

  • Bauchatmung: Lege deine Hand auf den Bauch und atme nun tief in den Bauch ein, sodass sich spürbar die Bauchdecke hebt und senkt. Das erfordert ein bisschen Übung und Konzentration, ist aber gar nicht so schwer. Dies bewirkt zum einen, dass sich deine Muskeln im Bauch entspannen und Bauchkrämpfe, Übelkeit oder ein komisches Gefühl im Magen werden besser. Gleichzeitig konzentriertst du dich so auf deinen Atem und verhinderst, dass du zu schnell atmest und in die Hyperventilation verfällst. Ebenso wirkt sich das „auf etwas konzentrieren“ positiv auf deine Gedanken aus, da du dir in dem Moment, indem du dich mit etwas anderem beschäftigst weniger Panikgedanken machen kannst.
  • Luft anhalten: Manche Menschen bekommen Angst, wenn sie spüren, dass ihr Herz plötzlich so schnell schlägt. Hier hilft es kurz auszuatmen und dann die Luft anzuhalten (Nase zuhalten und Mund schließen). Dadurch verlangsamst du deinen Herzschlag und ein ruhigerer Puls signalisiert dem Körper Ruhe.
  • Hyperventilation: Wer das Gefühl hat keine Luft zu bekommen, neigt dazu zu schnell zu atmen und damit zuviel Sauerstoff aufzunehmen. Dies führt dazu, dass du noch schlechter atmen kannst und irgendwann ohnmächtig werden kannst. Hier hilft es in eine Tüte zu atmen (kleine Tüte um Mund und Nase halten und ein und aus atmen, bis sich deine Atmung normalisiert)
  • EFT: bedeutet „Emotional Freedom Techniques“ oder auch Klopftechnik genannt. Hierbei klopfts du in gleichem Rythmus mit zwei Fingern bestimmte Körperstellen ab. Z.B. zuerst zwischen den Augenbrauen ca. 30 Sekunden klopfen, dann unter der Nase, am Kinn, Brustbein (ca. 10 cm mittig über der Brust). Du kannst dabei ruhig ein wenig fester klopfen. Konzentriere dich dabei ganz genau auf den Rhytmus.
  • PMR: bedeutet „Progressive Muskelrelaxation“. Hier geht es darum, gezielt verschiedene Muskelgruppen anzuspannen und dann zu entspannen. Oftmals sind wir verspannt und merken dies garnicht. Wenn wir unsere Muskeln bewusst anspannen und dann wieder entspannen, spüren wir, wie die Spannung allmählich nachlässt. Halte hier jeweils die An- und Entspannung für ca. 10 Sekunden. Bsp.: Balle deine rechte Hand zur Faust, anschließend lösen, dann die linke Hand. Ziehe deine Schultern hoch, anschließend fallen lassen. Kneife deine Augen fest zusammen, dann wieder locker lassen, usw….
  • Musik: Nehm dir einen MP3-Player mit, mit Musik, die dich entspannt. Es gibt auch Entspannungsübungen, die mit Hintergrundmusik angeleitet werden.

 

2. Medikamente

Medikamente brauchst du eigentlich nicht. Das negative daran ist, dass die Einnahme von Medikamenten (neben womöglichen Nebenwirkungen)  suggeriert, dass du nur wegen dem Medikament fliegen könntest. Das stimmt nicht und wäre ein schlechter Lerneffekt! Du kannst auch ohne Medikamente fliegen! Allerdings gibt es ein Mittel, das ich selbst für sehr gut und wirkungsvoll halte, komplett ohne Nebenwirkungen:

Bachblüten: Genauer genommen die Bachblüten Notfallbonbons von Dr. Bach. Sie bestehen komplett nur aus pflanzlichen Wirkstoffen. Mehrere Blüten werden in Wasser gelegt und danach werden aus diesem Blütenwasser Bonbons, Tropfen, Cremes, o.ä. hergestellt. Bachblüten sind für jegliche Notfall- oder Stresssituationen geeignet und werden teilweise auch Kindern, Babys oder Tieren gegeben. Ihre Wirkung mag vielleicht für die einen auf Placebo beruhen, für die anderen jedoch dennoch sehr hilfreich sein. Egal ob es der Glaube daran ist, dass es wirkt, oder ob der Effekt auf dem Wirkstoff beruht – Hauptsache es wirkt 🙂

 

3. Ablenkung

Das A und O ist immernoch die Ablenkung. Je weniger Zeit du hast darüber nachzudenken, vor was du eigentlich alles Angst hast, desto schneller bist du am Ziel ohne etwas davon gespürt zu haben. Nimm dir dein Lieblingsbuch mit, löse Kreuzworträtsel, schreibe auf was du alles im Urlaub erleben möchtest, unterhalte dich mit Sitznachbarn, usw… Das hilft, dich von deiner Angst im Flugzeug abzulenken.

 

4. Akzeptiere die Angst

Je mehr du versuchst gegen die Flugangst anzugehen, indem du wütend, sauer oder gar enttäuscht von dir selbst bist, desto mehr konzentrierst du dich auf deine Angst und desto mehr wirst du sie auch spüren. Versuche viel eher gelassen zu sein und deine Angst zu akzeptieren. Schau dir die Angst an und sage ihr: „Es ist okay, dass du da bist. Ich habe dich gehört, habe überprüft ob es tatsächlich eine Gefahr gerade gibt und habe festgestellt, dass alles gut ist. Du kannst also wieder gehen, ich brauche dich gerade nicht.“ Prinzipiell ist Angst ein sehr wichtiges Grundgefühl. Angst schützt uns vor Gefahren, treibt den Körper in Notsituationen zur Höchstform an und hilft uns zu überleben. Aber manchmal ist sie auch unangebracht.

 

-> Weitere Tipps für Langstreckenflüge findest du hier 🙂

 

Ein Gedanke zu „Flugangst

  1. Pingback: Die besten Tipps für Langstreckenflüge | climb love travel

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