Tongariro Alpine Crossing NZ

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Hier ein kleiner Nachtrag über unsere Tongariro Alpine Crossing- Tageswanderung. Warum man diese Tageswanderung unbedingt machen sollte und was uns am Anfang davon abgeschreckt hat erfahrt ihr hier…

Tongariro Alpine Crossing

Die „Tongariro Alpin Crossing“ ist eine 19,4 Kilometer lange Tageswanderung im Tongariro Nationalpark in Neuseeland. Sie führt unter anderem zum aktiven Vulkan Mount Ngauruhoe ( auch bekannt als Schicksalsberg bei Herr der Ringe), über aktive Krater, wassergefüllte türkise Kraterseen und dampfende Mondlandschaften.

Der Tag davor

Als wir im Tongariro National Park ankommen, sehen wir schon von weitem die hohen Vulkanberge aus den Wolken ragen. Wir machen uns zunächst erstmal auf den Weg ins Visitor Center, wo man alle Informationen rund um den Park, Campingplätze und allem vorran über die Wanderungen erhält. Nina ist von Anfang an ziemlich mulmig zumute, schließlich befinden wir uns hier direkt unterhalb von aktiven Vulkanen, die jederzeit ausbrechen könnten. Im Visitor Center (DOC) konnten uns dann zunächst einmal die Angst genommen werden. Überall im Park sind Warnsensoren verteilt, die die Aktivität unter der Erde messen und frühzeitig Alarm schlagen, falls ein Vulkan vor dem Ausbruch steht. Wettertafeln informieren die Wanderer zusätzlich über die aktuellen Wetterbedingungen und die Empfehlungen für die nächsten Tage.

Da man beim Tongariro Alpin Crossing etliche hundert Höhenmeter zurücklegt, kann dort das Wetter ganz anders aussehen als hier unten. Wir haben Glück! Am nächsten Tag ist gutes Wetter gemeldet und wenig Wind, sodass man bedenkenlos für den nächsten Tag eine Wanderung dahin planen kann. Da die Wanderung kein Rundweg ist, ist es wichtig vorab zu planen, wo man parkt und wie man wieder zu seinem Auto zurückkommt. Wir entscheiden uns für den dort angebotenen Shuttelservice, der uns am DOC-Center abholt und uns dorthin wieder zurückbringt.

Nach ein paar kleineren Wanderungen im Park suchen wir uns einen der vielen Campingplätze für die Nacht aus. Was garnicht mal so einfach ist, denn fast jeder Platz scheint voll zu sein. Nach Einbruch der Dunkelheit finden wir schließlich doch noch einen Platz und versuchen früh zu schlafen- unser Shuttle kommt morgen früh um 7 Uhr.

Tongariro Alpin Crossing

Am nächsten Tag klingelt unser Wecker noch vor Sonnenaufgang. Wir versuchen uns im Zwiebellook für alle möglichen Wettersituationen zu waffnen und packen genügend Wasser und Essen ein. Im Internet haben wir zuvor allerlei Horrorgeschichten gelesen über plötzliche Wettereinbrüche oben auf der Spitze. Wir sind gespannt!

Der Shuttel ist randvoll mit Wanderern jeden Alters! Mit dabei ein französisches Ehepaar über 80 Jahre alt. So wollen wir auch mal sein- mit 80 noch um die Welt reisen können und solche Wanderungen in Angriff nehmen.

Die Busfahrerin lässt von jedem Wanderer die Name und die Telefonnummer aufschreiben- für Notfälle.Da jeder in unterschiedlichem Tempo läuft, kommt sie im 2 Stundentakt zur Zielstelle der Wanderung und sammelt alle wieder ein. Nicht selten passiert es dabei, dass ein Wanderer nicht zurückkommt. In solchen Situationen ist sie dafür zuständig die Personen suchen zu gehen. Falls irgendwer nicht mit dem Bus zurückfährt, sondern vielleicht zufällig eine frühere Mitfahrgelegenheit findet, so muss er ihr natürlich Bescheid geben. Es gab wohl schon Situationen, wo sie spätabends noch mit Taschenlampe den ganzen 19,4 Kilometer langen Wanderweg laufen musste um jemanden zu suchen, bei dem sich dann herausgestellt hat, dass er nur einen Bus früher mit einem anderen Unternehmen genommen hat. Die Arme!!

Mittlerweile ist es 8 Uhr und wir sind am Start unserer Wanderung angekommen. Aber nicht nur wir machen uns heute auf den Weg, sondern noch ca. 800 andere Menschen!

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Start: Mangatepopo Valley bei Whakapapa

 

 

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Die ersten 1,5 Stunden vergehen wie im Flug! Der weg ist angenehm gerade und steigt nur ganz leicht an einigen Stellen an. Die Landschaft wird dabei immer rauer und karger- so muss es auf dem Mond aussehen!

Nach einer Weile kommen die ersten Warnschilder “ Stopp! Sind sie wirklich gut vorbereitet?“. Wir wissen nicht, wie beschwerlich das jetzt wohl werden kann, aber ja, wir sind gut vorbereitet und das Wetter ist perfekt!

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Nun wird der Weg immer steiler und anstrengender! Die Aussicht dafür umso schöner!

Von weitem sehen wir schon den Schicksalsberg aus Herr der Ringe, den Mount Ngauruhoe (2267 m). Nach weiteren 3 Stunden Wanderung stehen wir dann endlich vor ihm :

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Über den South Crater laufen wir weiter zum Red Crater.

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Nun lässt sich nicht mehr genau sagen, wie lange wir gebraucht haben. Überall müssen wir stehen bleiben und diese wunderschöne Naturgewalt beobachten. Sowas haben wir noch nie gesehen und glaubt mir: in Echt sieht das noch viel viel cooler aus. Wenn nicht noch hunderte andere Menschen gerade auf dem gleichen Weg wären und die gleiche Aussicht bestaunen würden, wäre das fast schon magisch hier! 

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Nachdem wir hunderte Höhenmeter und mittlerweile über 5 Stunden Wanderung hinter uns haben, beginnt der Weg wieder bergab zu führen. Nun geht es zu den atemberaubenden Emerald Lakes.

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Hier wollen wir nicht mehr weg! Der weg hat sich aufjedenfall gelohnt. Wir setzen uns an den See und packen unser Essen aus. Hier oben fühlt man sich definitiv frei und irgendwie bleibt die Welt kurz stehen. Es ist als hätte man jegliche Sorgen einfach unten gelassen, als könnten wir ewig hier sitzen bleiben…

Aber wir müssen irgendwann auch wieder weiter!

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Wir machen uns deshalb an den Abstieg, der auch nochmal über zwei Stunden in Anspruch nimmt und sich ziehmlich zieht. Meiner Meinung ist das der anstrengendste Teil der Wanderung. Die Landschaft verändert sich kaum noch und es geht unsagbar lange einfach nur bergab.

Nach insgesamt 9 Stunden kommen wir unten an 🙂 Wir haben es geschafft! Nach all den Warnschildern und Horrorgeschichten hatten wir perfektes Wetter und super Bedingungen zum Wandern. Noch ca. 30 Minuten müssen auf unseren Shuttle warten, dann gehts zurück zum Campingplatz.

Fazit

Die Angaben, dass der Wanderweg teilweise sehr beschwerlich wird und anstrengend können wir so nicht bestätigen. Der Weg war durchweg relativ angenehm zu laufen und hatte zwar einige anstrengende Stellen, die man aber als junger und fitter Mensch durchaus locker bewältigen kann.

Insgesamt waren wir dennoch nach der langen Wanderung, vorallem nach dem langen Abstieg und der vielen atemberaubenden Eindrücke sehr erschöpft als wir abends am Campingplatz ankamen. Aber nicht im negativen Sinne, wir waren volkommen glücklich! Der Weg hat sich aufjedenfall gelohnt und wir können jedem nur wärmstens empfehlen bei gutem Wetter diesen Stopp auf die Reise-To-Do Liste zu nehmen.

Tipps

  • unbedingt die Wettervorhersagen checken und nach den Warnungen des DOC Centers gehen
  • genügend Wasser und Proviant einpacken
  • Zwiebellook-Kleidung ist auch bei gutem Wetter empfehlenswert, da es oben doch schon sehr frisch wurde und wir immer wieder die Jacken an oder aus gezogen haben
  • der Shuttleservice ist aufjedenfall zu empfehlen. Zum einen, weil die Parkplätze am Ziel völlig überfüllt sind, aber auch weil man so einfach bequemer wandern kann ohne sich darum morgens noch kümmern zu müssen. Zum anderen gibt es ein gewisses Gefühl von Sicherheit, wenn man weiß, dass es jemanden gibt der danach schaut ob du auch wieder zurückkommst (empfehlenswert bei Leuten, die alleine wandern)
  •  Kamera nicht vergessen 😉

 

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