Chulilla

P1140683

Etwa eine Autostunde von Valencia entfernt liegt der kleine spanische Ort Chulilla. Anders als in den meisten anderen spanischen Dörfern findet man hier keine orangen Steinhäuser sondern einen langgezogenen Riegel weißer Häuser die inmitten von imposanten Felsriegeln liegen. Das Kletterpotential scheint hier unendlich und die Wände sind an einigen Stellen noch völlig unberührt.

Im örtlichen Tabakwarenladen haben wir uns dann zunächst einmal den Führer gekauft (22 Euro) und uns die ersten Klettergebiete angeschaut.

Nachdem wir zuvor noch nie von diesem Ort und dem Klettergebiet gehört hatten, waren wir umso erstaunter, wie schön die Wände hier sind und wie viele Touren es hier zu klettern gibt. Ein echtes Kletterparadies!

Klettern

Chulilla bietet 36 Klettersektoren, die jeden Schwierigkeitsgrad vertreten, wobei es ab einem Kletterniveau von 7a erst richtig lohnend wird. Die Touren sind meist lang und ausdauernd und der Fels besteht aus bestem Kalk, der immer wieder mit schönen Sinterstrukturen überrascht. Die langen Felsriegel liegen sich gegenüber und bilden mit dem türkisblauen Fluss in ihrer Mitte einen wunderschönen Canyon, der teilweise durch Hängebrücken mit der anderen Flussseite verbunden ist.

Unser Lieblingssektor ist Oasis, hier gibt es eher schwierigere Touren und man kommt erst ab 7a auf seine Kosten, auch wenn es einige wenige Aufwärmtouren im 6-er Bereich gibt. Der Zustieg erfolgt von einem Parkplatz am Stausee, an dem man auch wildcampen und baden kann. Von hier aus sind es ca. 15 Minuten Fußmarsch, auf oft ebenem und manchmal steilem Gelände. Die Wand liegt im Sommer bis nachmittags im Schatten und im Winter kommt hier überhaupt keine Sonne rein. Durch den Wind und die schattige Ausrichtung konnten wir hier auch wunderbar bei heißen Temperaturen klettern.

Der Parkplatzsektor, der direkt am Ortseingangs-Parkplatz von Chulilla liegt und nachts sogar beleuchtet ist, hat dagegen garnichts mit den anderen Wänden gemeinsam. Die Touren sind, verständlich bei 1-minütigem Zustieg, sehr abgespeckt und dadurch deutlich schwieriger als es die Bewertung vermuten lässt. Ebenso fehlen in einigen Touren die Blättchen und es stehen nur noch Schrauben aus dem Fels heraus – nicht zu empfehlen!

Schlafen

  • In Chulilla gibt es keinen Campingplatz, dafür aber mehrere Stellen, an denen man kostenlos mit seinem Bus oder Zelt wildcampen kann. Wir haben auf dem Parkplatz „Pantano de Loriguilla“ (…..) geschlafen. Dieser Parkplatz ist gleichzeitig Ausgangspunkt zu dem Klettersektor Oasis und liegt wunderschön idyllisch an einem Stausee. Der Fluss der vom Stausee gespeist wird ist herrlich klar und wird umrahmt von einer grünen Wiese, die zum Entspannen einlädt. Auch wenn der Fluss, der sich an einer Stelle als kleiner See staut, zum Baden und Waschen sehr einlädt, so achtet bitte darauf, dass ihr kein Waschmittel oder Schampoo im Fluss benutzt. Greift hier bitte auf organische Seife zurück und wascht eure Haare lieber an einem Brunnen mit Abfluss (siehe Einkauf weiter unten).Auf der Wiese haben einige Kletterer auch ihr Zelt aufgeschlagen. Wichtig ist aber natürlich, dass man auch da die Regeln für’s Wildcampen beachtet!

 

  • Alternativ kann man wohl auch auf dem Parkplatz „Santa Barbara“ (xxxx) mit seinem Bus stehen. Hier ist es allerdings weniger idyllisch und man steht direkt am Ortseingang von Chulilla auf dem gepflasterten Dorfparkplatz. Auch wird es gerade in der Hochsaison wohl nicht ganz so gerne gesehen.
  • Wer es ein bisschen luxuriöser mag, für den ist das Refugio wohl die beste Wahl. Für ca. 15 Euro die Nacht kann man hier im Mehrbettzimmer übernachten oder für 10 Euro auch mit seinem Bus vor dem Refugio stehen und dafür alle Facilities benutzen. Das Refugio bietet unter anderem eine Küche, Aufenthaltsraum, warme Duschen und sogar einen Pool

Einkaufen

Im Ort selbst gibt es einige kleine Cafes und Restaurants sowie einen Tabakwarenladen (in dem man den Kletterführer kaufen kann) und einen kleinen Supermarkt. Eine Tankstelle und eine Bank befinden sich im ca. 8 Kilometer entfernten Losa del Obispo. Sein Wasser kann man bedenkenlos am Brunnen im Ort auffüllen, wobei uns das Wasser in Losa del Obispo am Brunnen besser geschmeckt hat. Hier findet man von Chulilla kommend auf dem Weg nach Losa del Obispo auf der linken Seite einen kleinen Platz mit Brunnen, Mülleimern und Picknicktischen. Das Wasser hier haben wir ohne Probleme zwei Wochen lang getrunken und am Brunnen konnte man (im Sommer) auch gut seine Haare waschen.