Paynes Ford

P1130366“Takaka ist ein Ort, an dem die Zeit langsamer läuft, die Tage endlos erscheinen und das Leben leicht und unbeschwert ist. Es erzählt eine Geschichte von paradisischen Stränden, schönen Kletterwänden, einer Community von Menschen voller Liebe aus aller Welt und von dir und mir.”

 

Takaka

Hinter einem großen Hügel, der sich Takaka Hill nennt, soll die Golden Bay liegen. Der Takaka Hill trennt hier die Tasman Bay von der Golden Bay und wirkt fast wie das Tor zu einer anderen Welt. Hinter dem Hügel also, da soll Takaka liegen, das liebevoll “Hippie-Dorf” genannt wird und wo es das beste Klettergebiet in Neuseeland geben soll.

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Wir beginnen unsere Reise dorthin auf einer Straße, die sich in schwindelerregenden Kurven den Takaka Hill hochschlängelt.Mit jeder Kurve sind wir gespannter, was sich wohl auf der anderen Seite des Berges befindet. Oben angelangt gibt es die letzten Gelegenheiten von unterschiedlichen Aussichtspunkten aus die Küste und die Orte, die hinter uns liegen, zu bestaunen. Dann geht es wieder runter, in genauso schwindelerregenden Kurven mit wunderschöner Aussicht. Zwischen grünen Hügeln und dicht bewachsenem Wald erkennen wir weit hinten das Meer – die Golden Bay, an der Takaka liegt.

Während wir gespannt der Straße nach Takaka folgen finden wir noch vor dem Ort selbst unsere Übernachtungsstätte: Das “Hangdog Camp”. Der Campingplatz macht mit einem rustikalen Holzschild auf sich aufmerksam und die Unterschrift “The Climbers Campground” lässt schnell klar werden, dass es sich hier nicht um einen gewöhnlichen Campingplatz handelt.

Hangdog Camp und Paynes Ford

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Als wir ankommen ist das Camp fast voll. Als wir einchecken wollen fragt man uns nicht etwa nach einem Ausweis oder nach Geld…nein, nein, man fragt uns ob wir wirklich Kletterer sind und ob wir Ausrüstung bei uns haben. Das Camp ist ziemlich voll und in solchen Zeiten sind verbleibende Plätze nur für Kletterer reserviert! Also gut, mit drei Crashpads im Kofferraum, 80-Meter-Seil, Exen, Gurt, Kletterschuhen, etc., etc. ist es nun wirklich nicht schwer seine Kletterleidenschaft nachzuweisen. Prompt dürfen wir uns einen Platz nach Belieben aussuchen und machen es uns auf dem Camp gemütlich. “Und sollen wir auch direkt bezahlen?” – “Keine Hektik, take it easy!” das Geld legt man einfach ins Büro, wenn man das Camp irgendwann verlässt. Okay – soviel zu unserem ersten Eindruck im Hangdog Camp, the Climbers Campground!

Paynes Ford nennt sich das Klettergebiet, das uns nach Takaka gelockt hat und glücklicherweise liegt das Hangdog Camp direkt bei den Felsen, sodass man nach lediglich 5 Minuten Fußmarsch die ersten Klettertouren erreicht. Viele Einheimische halten Paynes Ford für das beste Klettergebiet Neuseelands – und das zurecht! Der Kalk ist hier bombenfest, die Wände vielfältig und die Absicherung meistens gut. Zudem kommt die bequeme Lage des Campingplatzes, die nahegelegenen Swimming-Holes des Flußes, die Gemütlichkeit des Hippieortes Takaka und die mit dem Auto schnell zu erreichenden wunderschönen Strände. Rundum ein Ort zum Wohlfühlen und Steckenbleiben!

In Paynes Ford klettert man zumeist an Auflegern und Slopern, aber vereinzelt findet man auch Touren mit scharfen Leisten oder Tufas. So oder so: die Touren sind meist hart bewertet und wir brauchen ein paar Tage, um uns an die Kletterei zu gewöhnen. Spaß macht es trotzdem – und das nicht zu wenig😉

Während uns die hießige Kletterei immer mehr Spaß bringt, wachsen wir auch immer mehr in die Community des Hangdog Camps ein. Denn das Camp ist nicht einfach ein Platz zum Übernachten, es ist ein Ort an dem Menschen gemeinsam klettern, feiern und lachen. Die Menschen, die hier leben (hier bleibt keiner nur ein paar Tage), sind Menschen aus aller Welt. Es kommt schnell, das man von Zeltnachbarn zu Freunden wird und jeder die Lebensstory (und auch das aktuelle Kletterprojekt) des anderen kennt.

Auf der Toilette, an deren Innenwände sich Lesestoff für etliche Klositzungen befindet, steht ein kleiner zutreffender Reim:

“Hangdog: a climbing camp I’m glad to have found,

where new friends & climbing abounds,

where one night stay turns into weeks,

where fire, river & rock meets.”

Das Gesamtpaket aus hervorragenden Felsen, weltoffener Community und Campingplatz mit Holzofen, Feuerstelle und freilaufenden Hühnern hat schließlich auch seinen Einfluss auf uns und unsere Reise. Aus einem kurzen Zwischenstopp werden schließlich 4, 5, 6,…ja, sogar 9 volle Tage. Takaka, Paynes Ford und das Hangdog Camp haben uns definitiv in ihren Bann gezogen und man könnte sagen…ja…wir haben uns in dieses Takaka verliebt ❤ 

Und nun hier noch ein paar allgemeine Infos und Fakten :

Gebiet: 

Wer in Paynes Ford klettern will, sollte definitiv ein paar Grade abziehen von dem, was er bisher geklettert ist. Hier scheint alles schwerer bewertet zu sein und eine 7a kann dich schonmal genauso lange projektieren lassen wie eine 7c+ in Spanien. Ja, einfach ist es hier nicht, aber dafür wunderschön! Die Felsen sind kompakt und man klettert hauptsächlich an Auflegern. Das Gebiet ist also definitiv sehr Haut und Finger schonend 😉 Und man findet hier alles von ganz leichten super abgesicherten Touren für Anfänger, bis hin zu schweren Projekten. 

Schlafen:

Definitiv auf dem Hangdog Campingplatz 🙂